
Die drei Seelenglieder und Warum wir neu denken lernen müssen
„Denken“ ist auch hierbei das Schlüsselwort, denn es kann nicht mehr darum gehen, in einzelnen Feldern ein paar neue Methoden einzuführen, an einer Unternehmensoptimierung zu arbeiten, oder an einer freien Schule. Es geht um viel mehr: es geht um unsere Gesellschaft, um Mitteleuropa und letztlich um alle Menschen. Man muss Zukunft radikal neu denken, wenn die bevorstehenden „Verwerfungen“ erträglich sein sollen. Im Zusammenhang mit der Dreigliederung heißt das: die alten Denkkategorien loslassen, mit denen wir bisher Gesellschaft, Politik, Wirtschaft verstanden haben. Solange wir mit den alten Begriffen von „links“, „rechts“, „Kapitalismus“, „Sozialismus“ denken, bleibt alles beim Alten. Dreigliederung braucht einen neuen Begriffskatalog.
Durch die Erkenntnis, dass die gesamte Menschheit einen Sozialen Organismus darstellen, braucht es ein völlig neues – organisches! – Denken und kein anorganisches Maschinendenken. Das Vorbild dafür ist Johann Wolfgang von Goethe mit seiner Begründung einer neuen Naturwissenschaft – der Organik – auf der Basis einer „anschauenden Urteilskraft“. Diese Organik wurde von Dr. Rudolf Steiner in seinem „Goetheanismus“ seit etwa dem Jahre 1882 weiter entwickelt und findet ihren Höherpunkt in der Erkenntnis des Sozialen Organismus und der Sozial-Wissenschaft der Sozialen Dreigliederung.
UND: Wir müssen den Menschen in den Mittelpunkt stellen und fragen: „Was braucht der Mensch, damit sein Denken frei wird? Damit sein Wollen brüderlich wird? Wir müssen lernen in Beziehungen zu denken. Wir müssen Gespräche darüber führen, was der andere wirklich braucht.