
Die geistige Welt muss einbezogen werden
„Es liegen also große Prinzipien auch in dieser Beziehung in der Dreigliederung des sozialen Organismus. Wir gliedern in drei Glieder aus dem Grunde, weil wir die verschiedensten Gebiete, die mit dem Übersinnlichen etwas zu tun haben, von demjenigen abtrennen müssen, was nur mit dem Sinnlichen zwischen der Geburt und dem Tode etwas zu tun hat. […] Damit weise ich Sie hin auf dasjenige, was für die Bekräftigung der Dreigliederungsidee nur aus der Initiationswissenschaft heraus gewonnen werden kann.“ (GA 196, S. 128)
Das neue Denken benötigt zusätzlich die Inhalte der „Spirituellen Wissenschaft“, der „Geist-Wissenschaft“, ebenfalls auf exakter erkenntniswissenschaftlicher Basis von Rudolf Steiner begründet. Sie ist auch als „anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft“ oder kurz „Anthroposophie“ weltweit anerkannt worden – noch nicht flächendeckend vom Mainstream der Natur- und Geisteswissenschaften, aber in der Praxis und Theorie in zahlreichen Anwendungsgebieten und nahezu in allen Ländern der Erde. Denn Waldorfschulen gibt es vielfach weltweit auch in Systemen wie China, den Demeter-Landbau („biologisch-dynamische Landwirtschaft“) und die „Anthroposophische Medizin ebenso.
Die Konsequenz all dieser Wissenschaften ist, dass die uralte Erkenntnis und Tradition der Existenz realer geistiger Welten – siehe die neun Engelchöre der katholischen Kirche seit dem 4. Jahrhundert nach Christi, die geistigen Welten des Veda, des Judentums, des Islam, aller alten schamanischen Kulturen, des Buddhismus, usw. – einbezogen werden muss. Ein materialistisches Weltbild greift hier nicht mehr! Die Anerkennung der Realität einer geistigen ist eine Notwendigkeit für alles soziale Denken.
Die Dimension des Karma
Voraussetzung „Karmadenken“ – was verstehen wir unter Karma und wie hängt das zusammen?
In Verbindung mit der geistigen Realität ist die ebenso uralte Idee des Menschen als geistiges Wesen, das sich immer wieder für seine Entwicklung inkarniert (wiederverkörpert), die im Neuen Testament ebenso beinhaltet ist wie im antiken Veda, dem Hinduismus und dem Buddhismus als Realität auf wissenschaftlicher Basis, nicht auf Glaubensbasis, zu erkennen und anzuerkennen. Diese Wirklichkeit ist auch in Verbindung mit dem Begriff des „Karma“, also des selbst geschaffenen Schicksals mit einem individuellen Lebensplan zu sehen. Ohne diesen Ansatz wird ein soziales Verständnis niemals möglich sein. Auch hierzu gibt es genügend wissenschaftliche Beweise, die dieses Wissen aus dem Bereich eines Glaubens herausheben.